Hinrunde Saison 2006/2007

Dank dem Tischtennis-Boom in Castrop-Rauxel und der Integration von mehreren Jugendlichen in den Herrenbereich, konnten in dieser Spielzeit ganze sechs Mannschaften bei den Erwachsenen gemeldet werden, in denen insgesamt 44 Aktive zum Einsatz kamen. Dabei lässt sich ein vorläufiges positives Fazit für beinahe alle Teams ziehen.

Die Landesliga-Sechs überwintert als höchstklassiges Team der Europastadt auf dem achten Tabellenplatz. Damit hat man das Minimalziel – einen Nichtabstiegsrang zum Jahreswechsel einzunehmen –  erreicht. Nach dem guten Start mit 5:1-Punkten geriet der Motor im weiteren Saisonverlauf allerdings etwas ins Stocken. Gerne hätten die Aufsteiger von 2004 zwei Zähler mehr auf ihrem Konto verbucht, um mit 11:11- statt mit 9:13-Punkten die Rückserie völlig entspannt aus dem Mittelfeld angehen zu können. Nun bleiben immerhin zwei Zähler Vorsprung auf den wenig aussichtsreichen Relegationsplatz. Doch die Verfolger schlafen nicht: TTT Bochum (9.) verlor in den letzten fünf Partien nur noch einmal, Annen (10.) und Eintracht Dortmund (11.) rüsten zum neuen Jahr personell auf. Der große Vorteil der Roländer besteht darin, dass 2007 bis auf die Eintracht jeder direkter Konkurrent an der Bahnhofstraße antreten muss. Wie heimstark die Rauxeler sind, mussten auch die TTF Bönen erkennen, als mehr als 50 Zuschauer die Sporthalle der Europaschule „aus allen Nähten platzen“ ließen und ihre Mannschaft in einem sensationellen und denkwürdigen Match zum knappen 9:7-Erfolg über die Gäste-Prominenz (ehemalige Bundesliga-Akteure und deutscher Youngster) klatschten. Sicherlich das Highlight der Hinrunde.
Im Einzelnen wechseln sich Licht und Schatten ab: Vereinsmeister Marc Heydemann konnte seine gute vergangene Spielzeit leider nicht wiederholen und wird auf eigenen Wunsch, nachdem er jahrelang Teil des oberen Paarkreuzes der „Ersten“ war, in die Mitte wechseln. Mit Christoph Pauly bildete er dennoch eines der besten Doppel der Liga. Christian Bojak folgte seiner Ankündigung und sprang ein, wenn „Not am Mann“ war. Bei seinen vier Auftritten holte er einen wichtigen Punkt in Hagen und zeigte bei seinem Sieg am letzten Spieltag gegen die Nummer 1 des Spitzenreiters aus Fröndenberg, dass er in Topform nach wie vor jeden Gegner schlagen kann. Matthias Böhm sollte nach krankheitsbedingter Pause und daraus resultierender fehlender Matchpraxis eigentlich erst langsam wieder an sein altes Leistungsniveau herangeführt werden. Er überraschte jedoch alle und spielte ausgeglichen. Als Belohnung darf „Böhmi“ in der zweiten Serie am Spitzenbrett aufschlagen. Wenn er sich nicht übernimmt und gesund bleibt, kann er diese Bilanz sicherlich bestätigen. Stadtmeister Christoph Pauly war lange Zeit der beste Spieler in der „Mitte“ und schloss das Jahr immerhin positiv ab. In der Rückrunde wird er erstmals die Herausforderung im oberen Paarkreuz annehmen. Torben Krumme und Thorsten Wasielak konnten ihre eigenen Erwartungen leider nicht ganz erfüllen. Beide begannen sehr gut in Einzel und Doppel, aber nach den ersten Wochen konnten sie nur noch unregelmäßig trainieren und spielten sich selbst in ein Tief. Mit der richtigen Einstellung werden der „Bachelor“ und „Bulli“ versuchen, 2007 wieder anzugreifen. Reibungslos verlief die Integration von Neuzugang Stefan „Stevie“ Weiß. Menschlich wie sportlich ein echter Gewinn für den gesamten Verein, verlor er nur vier Einzel und stabilisierte das untere Paarkreuz. Außerdem bezwang er Schultz (SSV Hagen) und Cerkuc (Fröndenberg), die als Einzige vor ihm in der Rangliste platziert sind. In der Rückserie im Regelfall an Brett 4 an der Platte.

Als Geheimfavorit wollte das Bezirksklassen-Team die Liga aufmischen, doch bereits am ersten Spieltag unterschätzte man das personell arg gebeutelte Sextett aus Gerthe und legte einen klassischen Fehlstart hin. Beim Stand von 0:10-Punkten und einige Krisensitzungen später bewies die Mannschaft aber schließlich, dass sie Charakter besitzt: In den finalen sechs Partien wurde nur noch mit dem letzten Aufgebot gegen Lokalrivale Post Castrop verloren und unter anderem der Bezirksliga-Absteiger aus Westerfilde besiegt. So zog man sich am eigenen Schopf aus dem tiefsten Abstiegssumpf und hat als Siebter der Tabelle alle Möglichkeiten, den Klassenerhalt frühzeitig unter Dach und Fach zu bringen. Aber Vorsicht: Die Bezirksklasse zeichnet sich wie im Vorjahr durch ihre Ausgeglichenheit aus und liegt auf wirklich hohem Niveau. Ein Selbstläufer wird das nicht, nach dem katastrophalen Auftakt sollten das mittlerweile aber auch alle begriffen haben. Dafür müssen allerdings auch die Akteure konstant zur Verfügung stehen. In den elf Auseinandersetzungen der aktuellen Saison setzte die „Zweite“ schon 14 verschiedene Aktive ein.
Marc Langbein und Christian Chroscinski spielten leicht negativ bzw. positiv und tauschen zur Rückserie die Positionen. Besonders „Chrosci“  überzeugte bisher spielerisch und als Antreiber. Zusammen behielten sie darüber hinaus im Doppel eine weiße Weste (6:0). Werner Erhardt kam erst spät in Form, aber mit ihm begann auch der Aufschwung in der Spätphase der ersten Hälfte. In der Rückrunde hoffentlich von Anfang an voll auf der Höhe! Thorsten Kriegel will diese Hinrunde bestimmt schnell vergessen. Lange musste er auf den ersten Erfolg warten und rettete sich mit vier Siegen in die Winterpause. Im neuen Jahr wird er versuchen, sich wieder ins mittlere Paarkreuz zu spielen. Verdrängt wurde er von Michael Bergins, auf den in der Regel Verlass war und der mit +4 abschloss. Andreas Friebe fing sich ebenfalls nach bescheidenem Beginn in den wichtigen letzten Matches und gestaltete seine Bilanz noch ausgeglichen. Von den Ersatzleuten punkteten Jürgen Wasielak sowie Sandro Crapanzano und hinterließen den besten Eindruck.

Die Mannschaft der Stunde ist wohl die Kreisliga-Truppe als Tabellenzweiter in der Gruppe 1. Bei potentiellen fünf Absteigern hofften die Verantwortlichen zu allererst auf den Klassenerhalt. Mitspieler Michael Sawadda nannte das Kind jedoch beim Namen und setzte den Aufstieg als Ziel – und die „Dritte“ ließ den Worten Taten folgen. Mit vorbildlichem Teamgeist verlor man nur am zweiten Spieltag und ist im Aufstiegskampf das Zünglein an der Waage. Die Roländer brachten auch Ligaprimus Mengede die einzigen beiden Verlustpunkte bei. Da die Mehrzahl der Spitzenduelle am Anfang liegt, dürfte bereits nach dem ersten Februarwochenende feststehen, ob den Rauxelern der ganz große Coup gelingen könnte.
Einen enormen Anteil an der tollen Serie haben die Doppel. Mit 25:4 erreichte man eine phänomenale Bilanz, von der alle anderen Vereine nur träumen können. Zudem schaffte es Jürgen Wasielak mit 12:4-Siegen in die Top 3 der besten Spieler im oberen Paarkreuz. Sandro Crapanzano stand häufiger als erwartet zur Verfügung und ließ mit –3 sogar noch Luft nach oben. Guido Schwark und Reimund Schulze bildeten das Herzstück und waren eine Bank an den Brettern 3 und 4. Ralf Kemler musste „unten“ nur einmal gratulieren, während Michael Sawadda gegen Ende etwas schwächelte. Mit Dirk Wiegmann hat man noch einen Edelreservisten in der Hinterhand.

Auf Tabellenplatz 9 beendete die Mischung aus Erfahrung und Jugend das Jahr in der 1. Kreisklasse. Momentan muss davon ausgegangen werden, dass dieser Rang die Relegation bedeutet. Obwohl sich die vierte Mannschaft häufig vielversprechend präsentierte, fehlte noch das eine oder andere Mal die letzte Konsequenz. Dabei waren nicht einmal die zahlreichen Unentschieden ärgerlich, bei denen mehrfach der Sieg schon zum Greifen nah war, sondern vor allem die bittere Niederlage am „grünen Tisch“ wegen falscher Doppel-Aufstellung nach der besten Vorstellung beim 9:2 gegen Westtünnen. Da das junge Team noch Entwicklungspotential besitzt, findet es vielleicht trotzdem noch Anschluss ans Mittelfeld.
Hubert Schäfer kam ab November besser in Fahrt, kämpft aber weiterhin mit einer Verletzung. Wolfgang Bergins’ Routine setzte sich zu selten durch, an Position 3 hoffentlich wieder öfter. Lichtblick ist Fabian Rieke: Eine Bilanz von 10:7 ermöglicht ihm in der nächsten Serie seine Qualitäten im oberen Paarkreuz zu beweisen. Michael Hertog tritt berufs- und wohnortsbedingt kürzer, was sich bereits in der Saison auswirkte. Er startete mit 6:1, unterlag daraufhin allerdings in sieben von acht Einzeln. Dass Christopher Paul und Herren C-Stadtmeister Oliver Rinke mehr können, als nur mitzuspielen, deuteten sie immer wieder an und beendeten die Serie leicht negativ. Die Tendenz geht nach oben. Neu ins Mannschaftsgefüge kommt Thorsten Nimser. Mit Marcel Goetz steht ein weiterer hochwertiger Ersatzmann aus der Jugend in den Startlöchern.

Neben der „Dritten“ das erfreuliche Highlight mit Aufstiegsambitionen im Verein: Die fünfte Mannschaft in der 2. Kreisklasse, aktueller Verfolger von Spitzenreiter Brechten. Den ungeschlagenen Tabellenersten wird man wahrscheinlich nicht mehr gefährden können, deshalb steht die Verteidigung des zweiten Ranges ganz oben auf der Agenda. Diese Position sicherten sich die Europastädter durch den Erfolg über Mitstreiter Borussia Dortmund am letzten Hinrunden-Spieltag.
Teamchef Christoph Babski legte im Saisonverlauf immer mehr zu (spielerisch J ) und rechtfertigte so seine Aufstellung an Brett 1 in dieser ausgeglichen starken Mannschaft. Andreas Harr schaffte auf der Zielgeraden auch noch eine positive Spiele-Statistik, macht in der Rückserie aber Platz für den aufstrebenden Matthias Stegt, der nur gegen die „Brechtener Noppen“ den Kürzeren zog. Heribert Send bewies mit einer Bilanz von 14:4 ebenfalls seine Klasse und war die Nummer 2 der Liga in der „Mitte“. Torsten Bonks Motivation ging im Laufe des Jahres mit den Blättern von den Bäumen zwar immer mehr verloren, doch auch im Schongang hatte er im unteren Paarkreuz selten Probleme. Horst Schieron verlor einmal mehr, als er gewinnen konnte. Schadlos hielt sich dagegen „Oldie“ Hannes Wasielak bei 5:0-Siegen.

Das neu gemeldete Sextett im Unterhaus des Kreises gab einen sehr ordentlichen Einstand. Derzeit belegt man Platz 5, der auch am Saisonende als Erfolg zu werten wäre.
Thorsten Wiegmann fand spät in die Erfolgsspur zurück. Da ihm auch 2007 die Zeit zum Trainieren weitgehend fehlen wird, rückt er an Position 3. Lars Schwittek war lange unbesiegt, schließlich verließ er aber doch noch einige Male als Verlierer den Tisch. Dennoch: 12:5-Bilanz und neuer „Einser“. Mit ihm wird Matthias Friebe das obere Paarkreuz bilden, der seine Nervosität immer besser in den Griff bekommt und neben 9:4-Spielen auch als trainingsfleißiger Kapitän glänzte. Mit der Vorbereitung auf das Abitur kam Tischtennis etwas zu kurz bei Daniel Rinke, der sich mit Sicherheit wieder steigern wird. Rückkehrer Thorsten Nimser feierte ein perfektes Comeback. Nur eine Niederlage bedeuten für ihn im neuen Jahr gleich den Sprung in die 1. Kreisklasse. Lehrgeld bezahlten die „Frischlinge“ Hans-Georg Paul, Frank Denk und Christoph Zobiegala. Die Debütanten haben ihre ersten Erfahrungen im Meisterschaftsbetrieb gesammelt und schneiden in der Rückrunde bestimmt schon erfolgreicher ab.

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