Thriller in Dortmund

Zwischenzeitlich sah es nach einem überraschend klaren Erfolg der Roländer bei Eintracht aus. Doch die Tradition der engen Duelle setzte sich am Ende durch. Dreieinhalb Stunden mussten vergehen, bis das 8:8-Unentschieden feststand.

Pauly/Bojak gewannen die ersten beide Durchgänge gegen Scholz/Schneidereit deutlich, taten sich dann schwer und verloren die nächsten beiden knapp. Pauls Handprellung machte sich zwar nicht mehr so bemerkbar wie beim abgebrochenen Einspielen, dennoch unterliefen ihm viele Fehler. Dafür sprang Vatti in die Bresche, übernahm die Initiative und sein hohes Risiko wurde belohnt. Andersherum gestaltete sich das Match zwischen Weiß/Chroscinski und Riehl/Niederquell, die in der Doppel-Rangliste mit 11:1 ganz oben standen: Nach 0:2-Satzrückstand, kämpften sich die Rauxeler zurück und kamen immer besser ins Spiel, bis die Überraschung perfekt war und mit 11:9 zum zweiten Mal in Folge die Entscheidung zu Gunsten der Gäste ausfiel. Da wollten auch Krumme/Wasielak nicht nachstehen. Gegen Struve und den guten Sechser Magnus (geb. Lenz) drohte die Partie nach dem Verlust den dritten Satzes zu kippen, doch die Roländer blieben dran und holten sich verdient Durchgang 5. Sehr fair: Schiedsrichter Niederquell brachte die Zuschauer zur Räson, als diese selbst bei einem Fehlaufschlag lautstark applaudierten.
Unglaublich: Gegen die eigentlich in den Doppeln stärker eingeschätzten Dortmunder war die Erste durch drei Fünfsatzerfolge mit 3:0 in Führung gegangen.
Mit steigendem Adrenalinspiegel verschwanden Pauls Schmerzen an der Hand. Im ersten Satz von 3:7 auf 11:7, im dritten mit einigen Nassen Scholz endgültig den Zahn gezogen. Chissi wehrte sich gegen Riehl tapfer: „Immerhin einen Satz gewonnen“, so sein Statement. Etwas verkrampft, aber willig versuchte Stevie gegen Struve nicht ans Ende der Rangliste des mittleren Paarkreuzes zu rutschen. Nach katastrophalem Auftakt behielt er dreimal in der Verlängerung die Oberhand. Er kann auch knappe Dinger gewinnen! Bereits mit 2:0 führte Torbinho unter den Augen seiner Holden gegen Neiderquell. Über „Stille Post“ offensichtlich falsch angekommen, ließ er dann den Hasskrumme raus und verlor die Ruhe und noch das Match. Bulli machte es besser. Gegen den ehemaligen Jungen-Verbandsliga-Spieler Kai Lenz (mittlerweile Magnus) und dessen Noppe machte er es nur im ersten Durchgang spannend. Im Anschluss hatte er ihn jederzeit im Griff, klarer 3:0-Erfolg. Leider nutzte Chrosci im vierten zahlreiche Satzbälle nicht, um Schneidereit in den entscheidenden Durchgang zu zwingen. Zu hart und platziert waren die Topspins der gegnerischen Nummer fünf und zu spät ergriff die heimische Nummer sechs die Initiative. Schade, der erste Vorsitzende war dran.
In die zweite Einzelrunde ging es folglich mit einem beruhigenden 6:3-Vorsprung und Paul fragte: „Muss ich den Riehl jetzt schlagen?“ Im vierten Jahr und jeweils zwei Duellen in Vor- und Rückrunde mit Eintracht Dortmund sollte es den Roländern im 14. Versuch erstmals gelingen. Paul begann sicher, aber das variantenreiche Spiel seines Gegenübers ließ den zurück ins Spiel kommen. Chrosci und Stefan wiesen darauf hin, dass Riehl nervös wurde. Tolle Ballwechsel ergaben sich. Paul mit immer aggressiveren Blocks und sicher in der Offensive. Im letzten Durchgang ließ er Riehl keine Chance mehr. Höhepunkt im letzten Einzel 2007 erreicht, Arme und Augen gingen in die Höhe. Als Torben hoffte, nun gar nicht mehr dran zu kommen, begannen die Gastgeber die Partie zu drehen. Obwohl er ein sehenswertes Spiel mit vielen langen Topspin-Serien ablieferte, reichte es für Vatti nicht. Im fünften gegen Scholz schon Matchball. Nach der Auszeit bei 10:9 gleich mehrere Nasse gegen „Türchen 6“. Einfach Pech. Trotzdem super Serie! Völlig von der Rolle, obwohl er doch bis dahin Doppel und Einzel siegreich bestritten hatte, plötzlich Whiteman. Total chancenlos und beratungsresistent gegen Niederquell. Ungute Erinnerungen kamen im Bachelor hoch, als er im zweiten Einzel erneut die 2:0-Satzführung aus der Hand gab. Torben baute ab und Struve machte keinen Fehler mehr. Nicht schlecht, aber leider auch nicht gut genug war der Helm für Schneidereit. Dreimal zwei Punkte weniger, ärgerlich. Auch wenn Chrosci in den Durchgängen 1 und 2 Tuchfühlung herstellte, hatte er doch den erwartet schweren Stand gegen Magnus. Aus 7:3 war tatsächlich 7:8 geworden. Doch das Abschlussdoppel zeigte, dass es sich endgültig gefunden hatte. Paul und Chissi jetzt beide auf hohem spielerischen und kämpferischen Niveau. Pushten sich zum rettenden Ufer im fünften Satz zu 9. Klasse Spiel.

Mit den seit Jahren gut befreundeten Eintrachtlern stand man danach noch im Kreis und unterhielt sich über den spannenden TT-Krimi. Man freut sich aufs Rückspiel.
Beim nächtlichen Pokern nahmen Marc und Paul den kleinen Wal, Bulli und Stevie aus.

Rauxel hat damit alle Möglichkeiten 2008 die Liga zu halten. Hinzu kommen sieben Heimspiele. Jetzt steht erst mal der traditionelle und meist übel endende Weihnachtsmarktbesuch an. J

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