„Die längste Single der Welt“ ist das beste Lied aller Zeiten 

Passend dazu kam gleich das Double zum ersten Heimspiel nach dem Oktoberfestausflug und in Rauxel nach der Sanierung der Halle überhaupt. Da es bisher so rund lief, konnte man auch gegen den großen Aufstiegskandidaten aus Waltrop ganz befreit aufspielen und freute sich auf das Duell mit dem Nachbarn.

Und die Roländer gingen vor ansprechender Kulisse (nur aus der Vierte kam niemand) hochmotiviert zur Sache und überraschten die Gäste offenbar mit ihrer Angriffslust. Nach verlorenem ersten Durchgang waren Stevie und Chrosci ihren Gegnern Eifert/Romanski mental überlegen und fuhren die nächsten drei Sätze konzentriert zu neun ein. Ein Krimi sondergleichen spielte sich am Nebentisch ab: Gegen Knieper/Kiehl entschieden Paul und Bulli, nach zwei unglücklichen Fünfsatzniederlagen zuletzt, diesmal ein Match in der Verlängerung des finalen Durchgangs für sich. Drei Sätze waren Torben und Ersatzmann Toto (Werner im Urlaub, ts ts ts: mitten in der Saison ;-)) ebenbürtig gegen das ungeschlagene Doppel Boden/Drescher, erst im vierten zogen die Waltroper davon.

Der Tabellenführer lag somit zum ersten Mal in dieser Spielzeit nach den Doppeln hinten, ein erster Erfolg für die Heimischen. Einen Satz benötigte Paul, um sich auf die ruckhafte Spielweise von Stefan Eifert einzustellen. Beide zeigten nicht ihr bestes Tischtennis, doch Paul danach wacher und mit dem schönsten Ballwechsel, als er nach einer langen Rally aus dem Lauf mit der Rückhand den Ball drei Meter hinter dem Tisch ins lange Eck schoss. Brad gestaltete die Partie gegen Knieper ausgeglichen, leider vergab er im vierten Durchgang nach Satzbällen die Chance, sich in den fünften zu retten. Erschwerend kam hinzu, dass sich während des Matches eine Griffschale löste, die er fortan beim Schlagen fixieren musste! Am schwierigsten würde es die Mitte haben, das war zu erwarten. Besonders in der ersten Runde stand Rauxel schlecht. Romanski dominierte mit seiner harten Vorhand über dem Tisch, Torbinho hatte im zweiten Satz etwas Pech, als er eigentlich besser war und noch zu neun verlor. Couragiert startete Chrosci gegen Boden, der aber glücklich wieder herankam. Beim Rettungsversuch nach einem Nassen verletzte sich Christian sogar kurzfristig (ohne Folgen) und musste Peter N. mit 10:12 doch den Vortritt lassen. Anschließend fand er nicht mehr ins Spiel zurück. Eine weitere beherzte und selbstbewusste Vorstellung bot „Aufschlaggott“ (mindestens einen Euro für Fehlaufschläge!) Bulli. Auch nach aufgeholten Rückstanden durch seinen jungen offensiven Gegner Kiehl ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen und gewann mit 3:1. Der Kriegelthorsten konnte die Nervosität nicht ganz abschütteln, spielte gegen Drescher gut mit, lief aber nicht heiß.

4:5 zur Halbzeit, jetzt noch ein Break zu schaffen, würde schwierig werden. Paul traf gegen Knieper zunächst alles und der nichts, danach der Vereinsmeister aber zu ungefährlich bei eigenem Service und zu unsicher in der passiven Rolle. Auf keinen grünen Zweig kam Stefan mehr gegen Eifert, klares 0:3. Dreimal zwei weniger, ärgerlich: Gegen den aufreizend lässig agierenden Boden war für Katzenpapi Torben mehr drin. Was der Bachelor von der arroganten Bank der Waltroper hielt, machte er mit einer angemessenen Geste deutlich J. Der erste Vorsitzende sah in seinem zweiten Einzel im mittleren Paarkreuz ebenfalls besser aus, vor allem, wenn er Romanski immer wieder mit eingestreuten eigenen Offensivaktionen störte. Ein Entscheidungssatz hätte die ganze Geschichte noch mal spannend gemacht, da der Helm bereits sein Trauma gegen Angstgegner Drescher mit einem tollen 3:0 bewältigt hatte (und damit eigentlich an der Spitze der Rangliste für das untere Paarkreuz stehen müsste) und auch Totti gegen Kiehl aussichtsreich im Rennen lag.

Trotzdem geht das 4:9 in Ordnung. Waltrop ist sehr ausgeglichen besetzt und alle Akteure stehen klar positiv. Auf Roländer Seite ist die Kölner Zecke mit einer Bilanz von 7:2 weiterhin super in Form.

Nach einwöchiger Pause (Allerheiligen) folgen die letzten fünf Partien der Hinrunde im Sieben-Tage-Rhythmus. Wo die Reise hinführt, wird sich in den zwei wichtigsten Duellen an den nächsten beiden Spieltagen herausstellen: Zuerst setzt man sich mit Schlusslicht Wanne auseinander, dann kommt mit Dorsten ein weiterer direkter Konkurrent an die Bahnhofstraße.

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