„Wir sind halt Kampfschweine!“ J

Das lang erwartete Derby in der Landesliga bot wohl alles, was man sich vorher davon versprach. Hochspannung, Dramatik und Klasse. 74 Zuschauer bildeten einen tollen Rahmen für die 250 Minuten währende Begegnung.

Die Halle füllte sich nur langsam. Als am Anfang die zusätzlichen Sitzmöglichkeiten aufgebaut wurden, waren diese nicht zwingend nötig, aber das sollte sich noch ändern.
Ohne Carsten Hölper und Axel Walther mussten die Postler antreten. Doch Überraschungs-Ersatzmann Günter Hiller trumpfte gleich im Doppel groß auf und sorgte mit Jörg Wagner nach 0:1-Rückstand gegen Weiß/Chroscinski mit 3:1 für den ersten Paukenschlag. Die Spitzenpaarung der Gegner zu knacken, schafften Pauly/Wasielak nicht ganz, ein Matchball blieb im vierten ungenutzt und man unterlag hauchdünn 2:3. Glücklicherweise vermieden Krumme/Erhardt durch ein knappes 3:1 gegen die unbequemen Pawlicki/Gbiorczyk den kompletten Fehlstart.
Stevie hatte sich 65 Minuten eingespielt, war aber der festen Überzeugung, von seinen neuen (!) Belägen würden alle Bälle runterfallen. Kein Kampf, keine Einstellung. Peinlich! Bei 1:2-Sätzen und 1:4 gegen Torsten Tauber kam Pauls Siegeswillen durch. Mit den für ihn unangenehmen, leeren Bällen ging er fortan etwas offensiver um und gewann mit dem längsten Ballwechsel des Abends 11:9 im entscheidenden Durchgang. Die Defensive verlor am Ende gegen die geballte Offensive beim Duell von Chrosci gegen Jörg Wagner. Zu selten wurden die eigenen Störaktionen und zu häufig drosch Jörg die Kugel unerreichbar auf die Hälfte des ersten Vorsitzenden. Nach verlorenem ersten Durchgang bekam Torben, der extra drei Tage Urlaub im Osten gemacht hatte und sich mit einer beschaulichen Einkaufstour aufs Lokalderby vorbereitet hatte, Martin Pawlicki besser in den Griff und war im fünften Satz eigentlich auf der Siegerstraße. Doch dann traf er einige Bälle nicht und der… hemmungslosere 😉 Martin zog nach am Bachelor vorbei, um beim Siegpunkt auf die Knie zu fallen und die Hände in die Luft zu strecken. Nervös wirkte Werner gegen Waldemar Gbiorczyk. Erst ohne Antwort auf dessen Topspins und auch als der passiver wurde, konnte Schumi III aus den Schupfduellen nicht wirksam attackieren. Obwohl Bulli ein 3:10 im ersten Durchgang gegen Günter Hiller aufholte, geriet er mit 0:2 in Rückstand und die Roländer sahen ihre Felle davonschwimmen. Aber der Helm wurde immer besser und brachte sein Topspinspiel durch, sodass es statt 2:7, 3:6 stand. Paul jetzt locker, steigerte sich spielerisch mit sehenswerten Rückhandtops und überwand die einzige kritische Situation im zweiten Satz, indem er mutig die Initiative ergriff. Nachdem schon die Sechste vollzählig angetreten war, kamen mittlerweile auch die Zweite und Dritte zur Unterstützung und machten das Match endgültig zu einem Heimspiel der Rauxeler. Auch Brad riss sich nun am Riemen und sammelte all seinen Ehrgeiz und sieh da: Nach 0:2 war er plötzlich rechtzeitig an den Bällen und sie trafen doch den Tisch. Stefan konnte zum 2:2 ausgleichen. Leider war bei 4:1 im fünften Ende und nichts ging mehr. Mit einem wahren Offensiv-Feuerwerk kaufte Torbinho Jörg den Schneid ab und ließ ihn schließlich gar nicht mehr in Angriffsposition kommen. Super Vorstellung! Unerwartet chancenlos blieb Martin gegen einen ganz starken Christian. Chrosci fand die richtige Mischung aus Block- und Topspin-Serien, um die Aufholjagd der Weltraumer fortzusetzen. Bulli hatte gegen Waldi nach eigenen Angaben noch nie gespielt. Im ersten Satz fand er auch kein Mittel, danach drückte er der Partie seinen Stempel auf und zog ungefährdet seine Kreise -> 3:1. Auch Werner rannte einem Rückstand hinterher, sicherte sich aber den wichtigen zweiten Durchgang, um sich von „Werner, Werner!“-Sprechchören zum 3:1-Triumph tragen zu lassen und seine Bilanz gegen Günna auf 1 zu 30 zu verbessern. Emotional ging es wie schon bei seiner Niederlage gegen Waldi beim anschließenden Handschlag zu, der wieder in eine längere Umarmung mündete. Aus dem 2:6/4:7 war ein 8:7 geworden. Ein Unentschieden war erreicht, die Roländer längst zufrieden. Im Abschlussdoppel erkämpften sich Weiß/Chroscinski zwar noch Durchgang drei, aber der Tischtennisgott wusste: Ein Remis war heute das gerechte Ergebnis.

Sichtlich erschöpft von diesem zwischenzeitlich nervenaufreibenden und teilweise hochklassigen Spiel stieß man im Anschluss noch gemeinsam an und war sich einig: Eine Begegnung von solcher Intensität erlebt man nicht alle Tage. Im Rückspiel soll die 100er Marke fallen.
Der Verein verteilte sich noch Richtung Klapse (Stichwort Brennnessel-Schnape…), Zelt, Spektrum, Metaxa.
Elf Punkte sind eine sagenhafte Ausbeute nach der Hinserie, mit dieser Moral werden die Roländer den Klassenerhalt schaffen!

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