Castrop-Rauxel, 26.08.2009, Sabine Latterner

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Castrop-Rauxel. Nicht mehr lange, dann beginnt die Tischtennis-Saison. Ein günstiger Zeitpunkt für eine Stippvisite beim Training. Im Rahmen unserer Serie “Kinder-Spiel!” waren wir beim Nachwuchs der DJK Roland Rauxel zu Gast.


Das Runde muss über das Eckige.

Und das ist alles andere als einfach.


Tischtennis wird eben nicht selten unterschätzt. „Ping-Pong” oder „Standsportart”, das sind die gängigen Klischees. Doch bei der DJK Roland Rauxel widerlegen bereits die Jüngsten dieses Bild: Sie beweisen Köpfchen, körperliche Fitness, Schnelligkeit, hohesReaktionsvermögen und vieles mehr.

Tischtennis ist eben anspruchsvoll. „Tischtennis macht großen Spaß”, sagen die jungen Spieler einstimmig.

Die Jungs rennen durch die Sporthalle der Martin-Luther-King-Schule. Es ist Montag, Trainingstag für die Schüler- und Jugendmannschaften.


Aufwärmen bei 30 Grad in der Halle


Heiß ist es, knapp 30 Grad Celsius, doch dem Tischtennisnachwuchs macht das nichts. Munter drehen sie beim Aufwärmen ihre Runden, machen zügig Sidesteps mit abrupten, vom Trainer vorgegebenen Richtungswechseln. „Seid ihr jetzt warm?”, fragt Coach und Roland-Vorsitzender, Christian Chroscinski. Die Antwort kommt wie ein Schmetterball übers Netz: „Ja, waren wir aber vorher auch schon.”


Nach dem Aufwärmtraining geht es ran an die Tische. Und dort an den Platten zeigt sich, wie beeindruckend der Sport ist, und was bereits die Jüngsten auf dem Kasten haben: Mit absolut konzentrierten Blicken schicken sie die kleine Zelluloidkugel mit der Plecke über die Platte.

Höchste Konzentration – aber mit Spaß

Klack, klack, klack. Rasant geht es hin und her. Sie wissen genau, wie sie sich positionieren, wie sie den Schläger halten, wie sie den Ball manövrieren müssen. All das tun sie mit höchster Aufmerksamkeit, mit größter Energie – und mit Spaß.

„Ich muss den Topspin noch etwas üben”, gesteht der zwölfjährige Tim Locher. „Das ist, wenn man dem Ball einen Drall nach vorne gibt”, erklärt er. Ansonsten, so sagt Tim, könne er alles andere für seine Verhältnisse ganz gut.

 

“Und wegen Timo Boll”

Mit der Topspin-Problematik steht er auch nicht alleine da, mit ihm – sei es Vorhand oder Rückhand – haben so einige zu kämpfen. Aber Übung macht bekanntlich den Meister. Und Übung macht den Steppkes auch Spaß. „Ich finde die Hand-Augen-Koordination und das Spiel mit dem Schläger gut am Tischtennis”, erklärt Robin Leuchtmann. „Und wegen Timo Boll”, ergänzt der 13-Jährige, der bereits seit zwei Jahren die Plecke schwingt. Letzten Sonntag war er mit Birgitta Friebe Vereinsmeister im Schüler-Doppel geworden.

So lange ist der kleine Ludwig Neste noch nicht dabei, er ist mit neun der Jüngste in der Runde. „Ich war vorher im Fußballverein, aber das konnte ich nicht so gut”, erzählt Ludwig. Sein Vater habe ihn dann irgendwann zum Tischtennis mitgenommen. „Das hat mir gefallen.”

„Tischtennis ist nicht so rau wie andere Sportarten, es gibt keinen Körperkontakt”, pflichtet Florian Graz, 14, bei. „Das finde ich gut”, sagt er stellvertretend für viele seiner Vereinskameraden.

Die meisten von ihnen haben zunächst lediglich in ihrer Freizeit Tischtennis gespielt. Auf dem Schulhof oder im Urlaub”, berichten Axel Brylka und Schüler-Klubmeister Moritz Bartkowiak. Da sind sie dann auf den Geschmack gekommen und meldeten sich im Verein an.

Dort vermittelt Trainer Christian Chroscinski ihnen die Feinheiten der „schnellsten Ballsportart der Welt”. Technik, Taktik, Augenmaß, perfekte Einschätzung des Gegners. Und ganz sicher: Nach nicht allzu langer Zeit klappt es bei diesem intensiven und effektiven Training dann auch mit dem Topspin.

Lesen Sie zu diesem Thema auch das Interview mit dem Rauxeler “Chef” Christian Chroscinski, das am Donnerstag, 27. August, im Lokalsport der WAZ Castrop-Rauxel erscheint.


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