Der Teamchef goes WM…

Oder:         1. Kreisklasse meets Weltranglisten Nr. 1

 

Samstag, 24. Dezember 2011

Meine Frau meinte, wenn denn schon mal Tischtennis-Weltmeisterschaften in Dortmund, also quasi „umme Ecke sind“, sollte man ja mal vorbeischauen – außerdem hatte sie somit ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für mich. Wohlwissend im Übrigen, daß sie wußte, wohl eher nicht mitgehen zu können, da ja irgendwer auf unsere „Horde“ Kinder aufpassen musste.

Freitag, 30. März 2012

Mein engagierter Begleiter – Kreisliga Mitte der DJK Germania Lenkerbeck Jörn B. aus R. musste gesundheitsbedingt seine Teilnahme absagen. Da meine verzweifelten SMS nur spärliche Reaktionen hervorriefen musste mein Schwager herhalten – der aber mit Tischtennis nur in sofern zu tun hat, als daß er einen Schwager hat, der Tischtennis spielt…

Samstag, 31. März 2012

Vorbereitung bei Schwiegereltern über einsfestival. Live-Übertragung des Halbfinals der Deutschen Männer gegen Japan. Schöner Sieg und somit stand ja bereits Mittags fest, daß das Endspiel Sonntag Deutschland – China lautete. Die Chinesen spielten zwar noch ihr Halbfinale, aber ich denke, die können aktuell nur durch Boykott der chinesischen Delegation aufgehalten werden…

Habe noch herausgefunden, daß der Deutsche Tischtennisbund NICHT die Homepage www.dttb.de hat. Weiter als Click-TT und WTTV-Homepage brauche ich eigentlich auch nicht. Aber, Quintessenz aus meiner Netzrecherche war, daß bereits um 9:30h die deutschen Damen um Platz 5 oder 7 oder 9 oder sonst was gegen Polen spielen sollten – an T1 (was, wie ich jetzt ja weiß Tisch 1, sprich CenterCourt, oder „Große Westfalenhalle“ bedeutet).

Sonntag, 1. April 2012

So ein Bundesligaspiel in Düsseldorf haben ich ja schon mal beigewohnt, aber so ein Event hatte ich dann auch noch nie. Schwagga kam pünktlich mit Brötchen. Guter Mann. Brötchen geschmiert und pünktlich um kurz vor Neun den Parkplatz an der Westfalenhalle angefahren. 6,00 EUR – da sollte doch eine Autowäsche mit drin sein, oder ? Aber da haben wir wohl die falsche Parklücke erwischt. Egal, ist doch MEIN Weihnachtsgeschenk…

Also rein in die Halle, schöne Plätze in vorderster Front von Block 106 gesucht und mit Beinfreiheit gefunden.

Und schon ging´s mit den Damen der Schöpfung los. Um ehrlich zu sein, sind mir die Topspielerinnen nicht wirklich ein Begriff – spielt Olga Nemes garnicht mehr ???  ;o)

Wie dem auch sei, Sabine Winter gegen Kat… ich erspar mir das, ohne hier abwertend klingen zu wollen. Schöne nette Ballwechsel – ich wünschte, ich hätte so eine Vorhand. Die hauten auch drauf, wie auf „kalt Eisen“. Klarer 3:0 Erfolg für Deutschland.

Bei Natalia Partyka mache ich mir doch die Mühe mit Ausschreiben des Namens. Das Mädel spielt auch mit ihrem Handicap ein sensationellen Ball. Stark – sie holte auch verdient zwei Punkte gegen Irene Ivancan und im zweiten Einzel auch gegen Sabine Winter. Hut ab.

Zwischendrin siegte die quirlige Zhenqi Barthel sehr souverän gegen ihre Kontrahentin Kinga Stefanska, ehe Irene Ivancan gegen Kat… den Schlusspunkt setzte und somit Platz 7 für die Damen sicherte. Glückwunsch…

Zugegebenermaßen waren mein Schwagga und ich zwischendrin mal unterwegs um uns ein wenig das drumherum anzuschauen. Hmm, tausende von Menschen, aber irgendwie kein bekanntes Gesicht aus irgendeinem Tischtennisverein in der Gegend… Aber Dr. Reinhard Rauball lief mir über den Weg – der ist garnicht so groß, wie er im Fernsehen erscheint… Schien das 4:4 auch schon wieder verkraftet zu haben…

Zurück auf unseren Plätzen ging dann auch schon der Countdown zum Spiel oder Mainevent Deutschland gegen China losging. Mittlerweile war die Halle sehr gut gefüllt, auch der eine oder andere chinesische Fanblock war ziemlich lautstark vor Ort.

Ausgangslage:

Die erbärmlichen Deutschen gegen die galaktischen unbezwingbaren Chinesen. Trotz der Stimmungsmache in der Halle (mit Songs wie „Wenn nicht jetzt, wann dann…“ war man als Zuschauer doch schon beeindruckt. Bis hierher hatten das Deutsche Team stark gespielt, aber da müsste man heute noch ein Schüppchen drauflegen…

Personal:

Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov, Patrick Baum – wohl das Beste, was Deutschland derzeit zu bieten hat. Aber auch die Chinesen mit dem nötigen Respekt vor dem Finalgegner. Die wollten sicherlich nichts dem Zufall überlassen und konnten mit den schlappen ersten Drei der aktuellen Weltrangliste Ma Long, Zhang Jike und Wang Hao antreten. Besser geht’s wohl nicht.

Zum Spiel:

Timo Boll durfte zunächst gegen Zhang Jike ran. Den ersten Durchgang unterlag Boll knapp mit 10:12 und als er auch den zweiten mit 9:11 unterlag, schwanden schon ein wenig die Hoffnungen. Aber auch Timo Boll ist ja nicht irgendwer und auch in China durchaus mit einem gewissen Bekanntheitsgrad. Er kämpfte sich großartig zurück ins Spiel und konnte die folgenden beiden Sätze mit 11:9 und 12:10 knapp für sich entscheiden. Das riss sogar den Teamchef zum ersten mal vom Sitz. Tolle Stimmung jetzt, über 11.000 Zuschauer feuerten das deutsche Team an. Nach 0:2 dachte der Teamchef noch laut: „und nu 5 Punkte und entspannt die Seiten wechseln…“. Irgendwie lief das aber anders. Zhang Jike machte Punkt um Punkt und ging erstmal locker mit 6:0 in Front, ehe Timo seine ersten Punkte einfahren konnte. Der Vorsprung war zu hoch für einen Chinesen seiner Klasse. Mit 6:11 unterlag Boll und die Chinesen gingen in Front.                                                                       0:1

Als zweiter forderte Dimitrij Ovtcharov Ma Long heraus. Ich hatte den Eindruck, daß Dima hier etwas übermotiviert ins Spiel ging. Viele Fehler hat er gemacht, dazu noch ein paar klasse Bälle der Nr. 1 der Welt. Das ging schnell. Nach ein paar knackigen Worten von Trainer Roßkopf lief es besser und Ovtcharov wußte mit schönen Bällen zu gefallen. Aber immer, wenn Dima einen Top-Ball spielte, hatte Ma Long eine noch bessere Antwort. Das bräuchte ich auch mal von Zeit zu Zeit… 9:11 unterlag Ovtcharov im Zweiten. Auch der dritte Durchgang war sehr eng, aber auch spannend. Auch hier, wie im Zweiten, hatte Ma Long aber eindeutig die besseren Argumente und bezwang den Deutschen mit 13:11.      0:2

Nachdem die beiden Top-Leute des deutschen Teams schon unterlagen, ruhten nun die (letzten) Hoffnungen auf Patrick Baum, der gegen einen der scheinbar letzten Penholder Wang Hao antrat. Und tatsächlich konnte Baum gegen Wang Hao den ersten Durchgang mit 11:8 – und somit überhaupt mal mit einem Satzgewinn in Führung gehen. Baum mühte sich, spielte wirklich gut, aber der Chinese ließ hier nix anbrennen und gewann die folgenden Durchgänge mit 11:5, 11:5 und 12:10                                                                                0:3

Fazit:

Vom Ergebnis her eine Lehrstunde, aber die Deutschen waren heute wirklich nicht schlecht, aber wie es sich für die Top 3 der Welt gehört, hatten diese heute immer noch eine bessere Antwort parat. Glückwunsch an China – aber die sind das ja schon gewohnt…

Zitat des Tages:

Nach Führung von Ovtcharov im zweiten Satz und Aufschlag von Ma Long sagte mein mir unbekannter Sitznachbar zur Linken: „Sei doch mal ein Mensch und mach einen Fehlaufschlag“ – schön gesagt, den Gefallen tat er uns natürlich nicht. Überhaupt habe ich den Tag über nur einen Fehlaufschlag (glaube von Baum) gesehen.

 

Die Damen haben wir uns dann im Finale nicht mehr angeschaut. Auch hier siegte China gegen Singapur mit 3:0. Hört sich auch mehr als eindeutig an.

Meinem Schwager hat das ganze auch gefallen – ob er sich demnächst auch mal Tischtennis in der 1. Kreisklasse bei mir anschaut, wage ich zu bezweifeln.

Ich brauche übrigens auch noch mal etwas Regelnachhilfe von Andreas, unserem Oberschiedsrichter – brauchen wir eigentlich auch für unsere Spiele die Gelbe Karte ???

Alles in Allem eine gelungene Veranstaltung – Danke an Steffi für das tolle Geschenk.

 

Beim Verlassen der Westfalenhalle dann doch noch bekannte Gesichter – Waldemar und Aljoscha Gbiorczyk.

 

Soviel zu meiner Sicht der Dinge.

 

Das muss für heute reichen. Frohe Ostern und eine erfolgreiche Restsaison…

In diesem Sinne,

 

Gruß

 

DER TEAMCHEF

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