Auf der gestrigen Mitgliederversammlung des SSV wurde der Stärkungspakt und das daraus resultierende Sparpaket, zu dem unser Verein öffentlich Stellung genommen hat, aufgrund Mitgliedervotum auf die Tagesordnung gesetzt.

Der öffentliche Druck auf die Stadtspitze war durch die im Vorfeld abgegebenen Stellungnahmen des Stadtsportverbandes (SSV) und einiger Vereine anscheinend so groß geworden, dass Bürgermeister Johannes Beisenherz überraschend auf der Versammlung erschien. Im Vorfeld hatte es noch geheißen, dass er an diesem Abend nicht der Versammlung beiwohnen könnte, da er noch einen anderen Termin habe. Doch schienen die Sportvereine plötzlich an Stellenwert gewonnen zu haben.

Ulrich Romahn machte in einer gelungenen Präsentation deutlich wie wichtig das Engagement der Vereine in Castrop-Rauxel ist und präsentierte dem Bürgemeister abschließend die Rechnung für die Leistung der Sportvereine.

Der Präsident des SSV vergaß dabei aber ebensowenig darauf hinzuweisen, dass die meisten Sportanlagen in der Stadt mittelerweile in einem guten Zustand seien und dass das ein Verdienst der Stadt sei. In keiner anderen Stadt im Kreis gäbe es so viele sanierte Sportanlagen wie in Castrop-Rauxel. Dies habe auch Auswirkungen auf die Mitgliederzahl der Castroper Sportvereine, die sich entgegen dem Landestrend positiv entwickelt.

Differenziert stellte Ulrich Romahn Personengruppen vor, die von einer Einführung der Nutzungsgebühr, besonders betroffen sind. Neben der Gruppe der Jugendlichen sind vor allem die Rentner betroffen, insbesondere also auch die Sportvereine, die sich auf den Seniorensport konzentrieren.

Bemerkenswert ist auch, dass die Nutzungsgebühren der Sportvereine der Nachbarstädte im Vergleich zu den in Castrop-Rauxel geplanten, verschwindend gering sind. So wurde in Dorsten, die Gebühr zwar kürzlich verdoppelt (geplant war diese zu verdreichfachen), doch betrug der Ausgangswert lediglich 1,00 Euro pro Stunde – jetzt 2,00 Euro. Weit entfernt von den 7,50 Euro die für unsere Stadt im Gespräch sind. In den meisten anderen Städten unseres Kreises fallen Nutzungsgebühren für Vereine oft nur dann an, wenn sie nicht im SSV organisiert sind.

In seiner Stellungnahme ging Bürgermeister Johannes Beisenherz auf die Thematik eingehend ein. Zunächst versuchte er Verständnis für den Stärkungspakt zu schaffen und machte deutlich, dass alle Bürger sich an der Konsolidierung beteiligen müssten. Es solle aber keine Nutzungsgebühren für die Zeiten geben in denen Trainings- oder Meisterschaftsstunden der Jugendlichen stattfinden.

Ein Konzept oder eine Satzung über die Gebührenerhebung sei gleichwohl noch nicht auf dem Markt, so der Bürgermeister.

Urlich Romahn war da schon einen Schritt weiter, in dem er dem Bürgermeister konkrete Sparpotentiale aufzeigte und auch aus den Reihen der Mitgliederversammlung wurden Vorschläge eingebracht die helfen könnten das Sparziel der Stadtverwaltung zu erreichen.

Bürgermeister Beisenherz zeigte sich denn auch beeindruckt und signalisierte dem SSV, dass dieser bei den weiteren Gesprächen um die Einsparungen bei den Sportvereinen mit von der Partie sein würde.

Die gesamte Diskussion und die Aufregung im Vorfeld wäre meiner Meinung nach vermeidbar gewesen, wenn die Theoretiker des Lenkungsausschusses mit den Fachleuten des SSV von Beginn an zusammen gearbeitet hätten. So hätten Vorschläge erarbeitet werden können, die von einer breiten Zahl der Vereine unterstützt worden wären. Die bloße Nennung eines Sparziels und die fehlende Konzeption in der Umsetzung haben bei den Vereinen begründete Ängste geschürt. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Betroffenen bei der Aufstellung von Sparzielen mit einbezogen werden und niemand vorab mit Luft gegriffenen Zahlen um sich wirft.

Das Sparpaket wird wohl heute durch den Rat gewunken – welche Auswirkungen das für die Castrop-Rauxeler Vereine hat, ist noch nicht absehbar. Sicher ist nur das gespart werden muss.

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