Die 1. Jugend-Mannschaft der DJK Roland Rauxel ist in die NRW-Liga aufgestiegen. Ein fantastischer Erfolg – wieder einmal! Im Interview spricht Chef-Jugendtrainer Karo Ali über die vier Hauptdarsteller, Rolands Jugendarbeit und ermutigt alle Kinder und Jugendliche, die Spaß am Tischtennis haben, die nächste – ihre eigene – Erfolgsstory zu schreiben.

Roland: Karo, danke, dass Du Dir die Zeit nimmst für das Interview!

Karo: Sehr gerne!

Roland: Student. Vorstandsmitglied. Trainer. Fahrer. Spieler.. Der Tag hat doch auch für Dich nur 24 Stunden, oder?

Karo: (lacht) Ja, gut, ich sag mal: Langweilig wird’s nicht.

Roland: Lass uns über die 1. Jungen-Mannschaft sprechen: Aaron Busemann, Joshua Busemann, Robin Dickes, Mathias Zasada. Die Jungs sind soeben in die NRW-Liga aufgestiegen. Du als Cheftrainer musst stolz sein auf Deine Jungs, oder?

Karo: Definitiv! Das ist was Riesiges, was die Jungs geschafft haben. Der Erfolg kommt aber natürlich nicht von ungefähr. Ich bin wirklich sehr stolz auf die Vier.

Roland: Was bedeutet „NRW-Liga“?

Karo: Die NRW-Liga hat einen sehr hohen Stellenwert. Es ist die höchste deutsche Nachwuchsspielklasse, quasi die Krönung des Nachwuchssports im Tischtennis. Die jeweils ersten der vier NRW-Ligen spielen untereinander den Westdeutschen Mannschafts-Meister aus. Der wiederum vertritt dann NRW bei den Deutschen Meisterschaften. Also, die Jungs fliegen schon jetzt ziemlich hoch.

Roland: Aber da oben wird die Luft auch dünner. Wird sich unsere Mannschaft behaupten können?

Karo: Ich hoffe schon! Der Sprung von der Bezirksliga in die NRW-Liga ist allerdings groß. Der Unterschied zeigt sich vor allem in einer höheren Leistungsdichte. Es wird keine „geschenkten“ Spiele mehr geben.

Roland: Wird die Mannschaft so, wie sie ist, zusammenbleiben und was ist das Saisonziel?

Karo: Glücklicherweise können wir weiterhin mit Aaron, Joshua, Robin und Mathias planen. Es ist im Vorfeld allerdings schwierig, ein realistisches Saisonziel festzulegen. Das Minimalziel lautet „Klassenerhalt“. Aber wir müssen schauen, wie sich die Jungs entwickeln, und natürlich auch, wie das Spielniveau der Konkurrenz ist. Es gibt Jahre, in denen viele Spitzenspieler dabei sind. Es gibt aber auch Jahre, in denen die „Anwärter auf Nationalteams“ eher rar sind. Wenn wir eine solche Phase erwischen, dann ist mehr drin als nur der Klassenerhalt.

Roland: Wo siehst Du die Stärken und wo die Arbeitsfelder der ersten Jugendmannschaft?

Karo: Ganz eindeutig ist es eine große Stärke aller vier Spieler, dass sie den Willen haben, sich durch Fleiß und harte Arbeit hoch zu kämpfen. Die Vier haben das nicht nur im letzen Jahr gezeigt, sondern schon seit drei, vier Jahren kontinuierlich. Besonders aber in der abgelaufenen Saison haben alle noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht; sowohl spielerisch und – was ebenfalls sehr wichtig ist – mental. Unsere Mannschaft ist ein echtes Team, die Jungs sind miteinander befreundet, kommen gut miteinander aus, was grade in schwierigen Situationen hilfreich ist. Alle sind Roländer Eigengewächse, haben hier also das Tischtennisspielen erlernt.

Roland: Also alles gut?

Karo: Sicherlich gibt es auch Dinge, an denen wir weiter arbeiten müssen. Um sich auf dem höheren Niveau zu behaupten, geht es nicht ohne kontinuierliche Verbesserung. Für die Jungs wird es auch neu sein, auf „größerer Bühne“ zu spielen, auch stärkere Gegner zu haben. Aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen heißt hier zum Beispiel, in engen und wichtigen Spielen kühlen Kopf zu bewahren.

Roland: Damit sprichst Du vor allem eine Verbesserung mentaler Fähigkeiten an. Gibt es auch im technischen und konditionellen Bereich Handlungsfelder? Wird sich etwas an der Trainingsintensität ändern?

Karo: Verbesserungen im technischen und konditionellen Bereich sind immer wichtige Trainingsziele. Es gibt keine perfekten Spieler; auch ein Timo Boll verbessert sich jeden Tag – oder versucht das zumindest. Unser Trainingskonzept ist bereits heute ausreichend intensiv. Es ist auch nicht gut, zu viel zu trainieren. Mit Blick auf die kommende Saison wird sich die Trainingsintensität daher nicht erhöhen. Dem Mentalaspekt wollen wir aber tatsächlich zusätzliche Arbeit widmen. Ganz wichtig ist aber in erster Linie, dass die Jungs ihren Spaß an dem Sport behalten. Bei allem Ehrgeiz der Jungs: Bei Roland Rauxel gibt es keine Profis, die beruflich Tischtennis spielen. Alle Kinder und Jugendlichen bei Roland sollen vor allem Spaß an dem Sport haben. Die Mischung aus Spaß und Ehrgeiz wird am Ende auch zu Erfolgen führen. Die vier Jungs sind dafür das beste Beispiel: Mit dem Spaß kam der Ehrgeiz, schließlich die Erfolge und letztlich die Bereitschaft, den „Extra-Schritt“ zu gehen, also auch zum Training zu gehen, wenn man mal keine Lust hat.

Roland: „Die Erste“ ist natürlich das Aushängeschild der Roländer Jugendabteilung. Wie ist die Lage in der Jugendabteilung insgesamt, was tut sich unterhalb der ersten Mannschaft?

Karo: Wir freuen uns, dass wir noch mehr Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen bei uns haben, die mit viel Spaß am Tisch stehen und sich auch weiter verbessern wollen. Der Verein bietet allen interessierten die gleich guten Trainingsbedingungen.

Roland: Was müssen die Kids tun, um auch auf „NRW-Liga“-Niveau zu kommen?

Karo: Dieses Niveau zu erreichen ist eine ziemlich große Herausforderung. Dazu sind aus meiner Sicht zwei Dinge wichtig. Erstens müssen die Grundvoraussetzungen geschaffen werden. Hier ist der Verein gefragt. Bei Roland Rauxel wurde eigentlich schon immer viel Zeit und Kraft in die Jugendarbeit investiert. Den Kindern wird hier ein gutes Training geboten und auch das Umfeld ist gut: Wir haben eine schöne Halle, gutes Material, flexible Spielmöglichkeiten und, was auch wichtig ist, eine offene und freundschaftliche Vereinskultur.

Die zweite Voraussetzung ist die Bereitschaft der Kids, die Angebote auch anzunehmen. Wer schnell besser oder sehr gut werden will, muss bereit sein, einen großen Teil seiner Freizeit in Training zu investieren. Natürlich hat aber nicht jeder Lust, viermal die Woche zu trainieren und am Wochenende noch Meisterschaftsspiele auszutragen. Bei uns können die Kids selber entscheiden, wie intensiv sie mitmachen wollen.

Roland: Wenn jetzt ein Mädchen oder Junge Spaß am Tischtennis hat und mal zum Training vorbeikommt: Wie lange muss sie oder er trainieren, um in einer Mannschaft aufgestellt zu werden?

Karo: Wenn die Kinder jung sind, dann geht das recht fix. Natürlich fällt es den besonders talentierten Kindern noch leichter.

Roland: Finden Tischtennis-Begeisterte schnell Anschluss im Verein? Können die sofort mittrainieren?

Karo: Ja, klar. Selbstverständlich. Das steht bei uns ganz oben auf der Prioritätenliste. „Egal wer, egal wie gut: Jeder spielt mit jedem!“ Das ist uns auch unter sozialen Gesichtspunkten wichtig. Das gilt übrigens auch im Erwachsenenbereich.

Roland: Wie unterscheidet sich das Angebot für Kinder und Jugendliche von anderen Tischtennisvereinen?

Karo: Viele andere Vereine haben richtige Nachwuchssorgen. Nur mal zum Vergleich: Unser Nachbarverein Post SV Castrop kann in der kommenden Saison voraussichtlich leider keine Jugendmannschaft melden. Das ist natürlich schade für den Castrop-Rauxeler Tischtennissport. Bei uns sieht es hingegen ganz gut aus: Neben unserer Ersten, die in der höchsten Jugend-Liga aufschlägt werden in den unteren Ligen noch vier weitere Jugend- und Schüler-Mannschaften an den Start gehen.

Roland: Täuscht der Eindruck, dass es früher überall größere Anmeldezahlen gab?

Karo: Der Eindruck täuscht sicher nicht. Der Trend ist, dass immer weniger Kinder, die gerne Tischtennis spielen, in die Halle zum Training kommen. Andere Sportarten betrifft das aber genauso. Lange Unterrichtszeiten, Ganztagsschulen, Lerndruck usw. machen es aber auch schwer für die Kinder. Nach der Schule und den Hausaufgaben bleibt oft nur noch wenig Freizeit.

Roland: Was setzt unser Verein dem entgegen?

Karo: Wir bieten mit unseren Trainern ein qualitativ ansprechendes Training an. Roland zeichnet aus, dass seit Jahren, beständig, neue Trainer ausgebildet werden. Unser Vereinsvorsitzender Christian Chroscinski, ebenfalls Trainer, hat damals Robin Gude und mich an diese Aufgabe herangeführt. Momentan sind Mathias Zasada und Joshua Busemann aus der ersten Jugendmannschaft dabei, erste kleine Trainingsgruppen zu übernehmen. Beide haben vor kurzem erfolgreich ihren Assistenztrainer-Lehrgang absolviert. Das sind wichtige Grundsteine für die Zukunft. Es ist für viele Leute schwierig, in Phasen, in denen es nicht so gut läuft, zu sagen „jetzt machen wir mehr!“. Und das hat Roland bislang immer geschafft.

Roland: Du und die anderen Trainer investieren viel Zeit.

Karo: Das stimmt allerdings. Vieles hängt ab vom Einsatz, den der Verein gibt. Das ist kein Garant für Erfolg, wie ihn im Moment zum Beispiel unsere Erste Jugend hat. Aber eine gewisse Konstanz lässt sich schon erkennen: Bereits Christian Chroscinski hatte vor ein paar Jahren eine Jugend-Verbandsligamannschaft, damals ebenfalls die höchste Deutsche Jugendliga (vor Umbenennung in NRW-Liga). Und auch noch weiter in der Vergangenheit gab es immer wieder Jugend-Mannschaften auf hohem Niveau. Das zeigt, dass unser Erfolg nicht ausschließlich auf Glück zurückzuführen ist. Es gehört zwar schon Glück dazu, also die richtigen Kinder zum richtigen Zeitpunkt als Spieler zu gewinnen. Wenn sie aber erstmal da sind, dann ist es die Aufgabe des Vereins, den Kids Angebote zu machen und sie zu fördern, damit sie immer mehr Spaß an dem Sport haben und dadurch auch immer besser werden. In manchen Vereinen ist es oft so, dass äußert talentierte Spieler da sind, diese aber irgendwann das Interesse verlieren oder den Verein wechseln. Wir wollen diese Talente im Verein halten. Das ist bisher ganz gut gelungen.

Roland: Was für einen Tipp hast Du für Mädchen und Jungs, die gerne Tischtennis spielen?

Karo: Am besten einfach zum Training vorbeikommen. Ob allein oder mit mehreren, ist egal. Alle werden sofort integriert und können sofort loslegen. Wir haben auch Leihschläger in ausreichender Anzahl. Das heißt, die Kids müssen nur Hallen-Sportzeug mitbringen.

Übrigens: Auch Erwachsene, die gerne Tischtennis spielen, sind herzlich willkommen. Wir bieten zum Beispiel Dienstags eine Trainingsgruppe für erwachsene Anfänger und Wiedereinsteiger an. Der Kurs ist gut besucht, aber es sind noch genügend Plätze frei!

Roland: Wann sind denn die Jugend-Trainingszeiten?

Karo: Jugend-Einsteigertraining ist Montags und Donnerstags von 17:30 – 19:00. In den Ferien früher. Auf der Roland-Homepage findet man die aktuellen Infos. Wir freuen uns auf alle, die gerne Tischtennis spielen!

 

Vielen Dank an Jürgen Lichtenhof, der das Interview geführt hat.

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